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Mehr Begegnung gewünscht!

87 Prozent der Eltern in Deutschland möchten, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam ihre Freizeit verbringen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen bevölkerungsrepräsentativen Befragung von YouGov.

Zwei Jungen im Schwimmbad lächeln in die Kamera.

Die Umfrage zeigt erfreulicherweise, welch großen Stellenwert die gemeinsame Freizeitgestaltung von Kindern mit und ohne Behinderung für Eltern hat.

Auch der inklusive Kita-Besuch findet bei Eltern breite Zustimmung (83 Prozent). Und selbst beim vielfach kritisierten Thema schulische Inklusion überwiegen die Befürworter: Mehr als drei Viertel (76 Prozent) möchten, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam die Schulbank drücken. Einzelne Befragte sehen genau in diesem Punkt jedoch auch Handlungsbedarf, sie sagen: „Nur bei entsprechender Ausstattung der Schule ist das zu stemmen.“

Eltern von Kindern mit Behinderung begrüßen ebenfalls Inklusion, sind aber etwas zurückhaltender. Nur 75 Prozent finden es gut, wenn Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam in die Kita gehen. Dagegen halten 85 Prozent der Mütter und Väter von Kindern ohne Behinderung dies für den richtigen Ansatz.

Wunsch und Wirklichkeit gehen weit auseinander

Trotz dem überwiegenden Wunsch nach Inklusion ist sie für die meisten Kinder mit und ohne Behinderung in ihrem Alltag nicht verwirklicht: Nur knapp ein Drittel (32 Prozent) aller Eltern geben in der Umfrage an, dass ihre Kinder ihre Freizeit gemeinsam mit Kindern mit und ohne Behinderung verbringen. Inklusive Bildungseinrichtungen wie Kita oder Schule besuchen die Kinder von lediglich 36 Prozent der befragten Mütter und Väter. Auf die Frage, warum sie inklusive Angebote nicht nutzen, antworten 21 Prozent dieser Eltern, dass sie keine inklusiven Angebote kennen.

„Die Umfrage zeigt erfreulicherweise, dass es eine sehr hohe Zustimmung zu Inklusion im Kindesalter gibt. Aber sie macht auch deutlich, wie sehr Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen“, sagt Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch. „Es liegt weniger an Vorurteilen oder der Entscheidung von Eltern, wenn Kinder mit und ohne Behinderung nicht zusammenkommen. Es liegt vielmehr an mangelnden Angeboten und Möglichkeiten. Dies zu ändern, geht uns alle an. Auch die Aktion Mensch, die sich noch stärker für inklusive Angebote für Kinder und Jugendliche, insbesondere in der Freizeit, engagieren wird.“

Aus diesem Grund wird die Soziallotterie in den kommenden Jahren die Zielgruppe Kinder und Jugendliche stärker in den Fokus rücken.

 

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Inklusive Lesung

Die Bunte Bande auf der lit.kid.COLOGNE

Gemeinsam mit der Stiftung 1. FC Köln haben wir unser neues barrierefreies Kinderbuch im RheinenergieSTADION vorgestellt.

„Die Bunte Bande – Das gestohlene Fahrrad“ ist in Kooperation zwischen der Aktion Mensch und dem Carlsen Verlag entstanden. Das Besondere: In einem Band sind Alltagssprache, Leichte Sprache und Brailleschrift kombiniert. Zudem ist das Buch besonders gestaltet: Schriftgröße, Farbgebung und Illustrationen sind den unterschiedlichen Lese- und Kommunikationsmöglichkeiten von Kindern mit Lernschwierigkeiten, Sehbehinderung oder mit geringen Deutschkenntnissen angepasst.

Für rund 500 Grundschüler mit und ohne Behinderung wurde die Veranstaltung nicht nur von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt. Auch eine von nur zwei in Deutschland arbeitenden Dolmetschern für Leichte Sprache übersetzten die Lesung simultan auf die Kopfhörer aller Kinder. Unter den prominenten Vorlesern waren unter anderem Toni Schumacher, Vize-Präsident des 1. FC Köln, und Moderatorin Shary Reeves, beide auch Mitglieder im Stiftungsrat des 1.FC Köln. Sie wurden unterstützt von Vorlesern mit Behinderung. Diese erklärten die Möglichkeiten der Brailleschrift und den Nutzen von Leichter Sprache.

"Der 1. FC Köln steht mit seinen Werten für Inklusion und fördert Toleranz und Respekt", sagt Toni Schumacher. Die Stiftung 1. FC Köln setzt sich mit verschiedenen Projekten für ein gelebtes Miteinander im Fußball ein. Zusammen sind die Aktion Mensch und die Stiftung 1. FC Köln "spürbar inklusiv". Denn beide Partner fördern das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Die Lesung war Teil der Aktivitäten im Rahmen der Kooperation in der Saison 2017/2018.

„Das gestohlene Fahrrad“ gehört zur Erstlese-Reihe „Bunte Bande“ der Aktion Mensch und des Carlsen-Verlags, in der Kinder mit und ohne Behinderung die Hauptrollen spielen.
Experten mit und ohne Behinderung haben an dem Projekt mitgearbeitet und ein neuartiges inklusives (Vor-)Leseerlebnis für Kinder im Grundschulalter geschaffen. Das Buch erscheint am 21. März im Handel.

Mehr zur Bunten Bande

Zur Kooperation mit der Stiftung 1. FC Köln